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Intermodaler Güterverkehr einfach erklärt: Mit weniger Emissionen mehr transportieren

Das Bild des intermodalen Güterverkehrs hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Lange Zeit galt er bei vielen Versendern als langsamer und weniger zuverlässig als reine Straßentransporte. Heute zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Branchenanalysten gehen davon aus , dass der globale Markt für intermodale Transporte von rund 58,85 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 103,78 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028 wachsen wird. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von mehr als 15,2 Prozent.

Mit zunehmender Komplexität der Lieferketten suchen Unternehmen in Deutschland und Europa nach Möglichkeiten, mehr Waren zu transportieren, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig mehr Transparenz über ihre Netzwerke zu gewinnen. Intermodale Transporte werden dabei für immer mehr Versender zu einem wichtigen Teil der Lösung.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was intermodaler Güterverkehr genau ist, worin der Unterschied zum multimodalen Transport besteht, warum sich die Wahrnehmung dieser Transportform verändert hat und wie Sie beurteilen können, ob sie für Ihre Relationen geeignet ist.

Was ist intermodaler Güterverkehr?

Von intermodalem Güterverkehr spricht man, wenn Waren mit mehreren Verkehrsträgern transportiert werden – typischerweise über eine Kombination aus Straße, Schiene und Seeverkehr. Dabei verbleibt die Ladung vom Versandort bis zum Ziel im selben Container oder Auflieger. Die Ware wird beim Wechsel zwischen den Verkehrsträgern nicht neu verladen oder umgepackt.

Ein typischer intermodaler Transport könnte beispielsweise so aussehen: Ein Container wird am Versandstandort beladen und anschließend per Lkw zu einem Bahnterminal gebracht. Von dort erfolgt der Transport über eine längere Strecke auf der Schiene, bevor der Container am Zielterminal erneut per Lkw zur Lieferadresse transportiert wird. Die Ladung wird während dieses Prozesses weder umgepackt noch neu palettiert.

Für Versender bietet das mehrere Vorteile. Die Ware wird seltener bewegt, was das Risiko von Beschädigungen reduziert. Gleichzeitig sinkt der Umschlagaufwand, und die durchgängige Transporteinheit erleichtert die Planung entlang der gesamten Lieferkette.

Die wichtigsten intermodalen Transportmodelle im Überblick

In Deutschland und Europa basieren die meisten intermodalen Transportlösungen auf einigen wenigen bewährten Modellen.

Straße–Schiene

Das häufigste intermodale Transportmodell kombiniert Straßentransport und Schienenverkehr. Die Vor- und Nachläufe erfolgen per Lkw, während der Hauptlauf zwischen den Terminals auf der Schiene stattfindet. Dieser Ansatz eignet sich besonders für nationale und internationale Relationen mit hohem Sendungsvolumen und einer leistungsfähigen Bahninfrastruktur.

Straße–See

Auf einigen Relationen gewinnt auch die Kombination aus Straßentransport und Seeverkehr an Bedeutung. In diesen Fällen werden Container über längere Strecken per Short-Sea-Shipping transportiert und an den jeweiligen Endpunkten durch Lkw-Verkehre ergänzt.

Intermodal und multimodal: Wo liegt der Unterschied?

Intermodaler und multimodaler Transport werden oft in einem Atemzug genannt, tatsächlich stehen sie jedoch für unterschiedliche Ansätze. Beim intermodalen Transport steht die physische Transportkette im Mittelpunkt: Die Ware bleibt vom Start bis zum Ziel in derselben Ladeeinheit, obwohl verschiedene Verkehrsträger zum Einsatz kommen.

Multimodaler Transport beschreibt dagegen in der Regel die vertragliche Seite des Transports. Dabei werden mehrere Verkehrsträger unter einem einzigen Vertrag mit einem Transportdienstleister genutzt, der die Verantwortung für die gesamte Transportkette übernimmt. Anders als beim intermodalen Transport muss die Fracht dabei nicht zwingend in derselben Ladeeinheit verbleiben. Ein intermodaler Transport kann gleichzeitig multimodal sein, wenn ein einziger Dienstleister die gesamte Strecke verantwortet. Ebenso ist es möglich, intermodale Transporte über mehrere separate Verträge und unterschiedliche Anbieter abzuwickeln.

Warum sich das Image intermodaler Transporte verändert

Lange Zeit galt intermodaler Güterverkehr als langsamer und weniger planbar als reine Straßentransporte. Begrenzte Transparenz und unklare Übergaben zwischen den beteiligten Akteuren führten dazu, dass diese Transportform häufig nur für Waren genutzt wurde, die längere Laufzeiten verkraften konnten.

Heute sprechen mehrere Entwicklungen für den intermodalen Transport. Moderne digitale Werkzeuge schaffen Transparenz entlang der gesamten Transportkette und helfen dabei, auf Abweichungen schneller zu reagieren. Parallel dazu haben Investitionen in Schienenverbindungen und Terminalkapazitäten in Europa die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit entsprechender Dienste erhöht. Diese Entwicklungen stärken das Vertrauen vieler Versender in intermodale Lösungen. Statt lediglich als Alternative für einzelne Relationen zu dienen, wird intermodaler Transport zunehmend als strategischer Baustein moderner Transportnetzwerke betrachtet.

Die wichtigsten Vorteile intermodaler Transporte

Aus operativer Sicht können intermodale Transporte dabei helfen, größere und schwerere Sendungsmengen über lange Distanzen planbarer zu bewegen. Insbesondere Schienen- und Seeverkehre eignen sich für regelmäßige, wiederkehrende Warenströme. Dadurch lassen sich Kapazitäten langfristiger planen und das Risiko kurzfristiger Kapazitätsengpässe reduzieren.

Auch aus Nachhaltigkeitssicht kann intermodaler Güterverkehr erhebliche Vorteile bieten. Schienengüterverkehr verursacht pro transportierter Tonne bis zu 76 Prozent weniger Emissionen als der Straßentransport. Zudem kann ein einzelner Güterzug bis zu 129 Lkw-Fahrten ersetzen. Moderne intermodale Seeverkehre verursachen je Tonnenkilometer 30 bis 45 Prozent weniger CO₂-Emissionen als transportintensive Straßentransporte. Auf bestimmten Relationen sind sogar Emissionsreduzierungen von bis zu 70 Prozent möglich.

Wann intermodale Transporte besonders sinnvoll sind

Intermodale Transporte entfalten ihren größten Nutzen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Sie transportieren regelmäßig ähnliche Mengen auf denselben Relationen.

Konstante Warenströme auf denselben Korridoren schaffen die Grundlage für stabile Fahrpläne und erleichtern die langfristige Kapazitätsplanung über mehrere Terminals hinweg.

Ihre Transporte sind weniger zeitkritisch.

Intermodale Laufzeiten können durchaus wettbewerbsfähig sein, bieten jedoch häufig weniger Flexibilität als reine Straßentransporte. Wenn garantierte Zustellungen am nächsten Tag oder kurzfristige Fahrplanänderungen erforderlich sind, kann ein Full-Truckload-Transport (FTL) weiterhin die bessere Wahl sein.

Ihre Standorte liegen in der Nähe von Terminals

Je näher Ursprungs- und Zielstandorte an intermodalen Terminals liegen, desto größer ist in der Regel der Nutzen. Kürzere Vor- und Nachläufe reduzieren den Anteil des Straßentransports und verbessern die Wirtschaftlichkeit des Gesamtkonzepts.

Ihre Produkte eignen sich für den Transport in Containern oder Trailern

Vor allem palettierte, kompakte oder nicht verderbliche Waren lassen sich oft sehr effizient in intermodalen Transportnetzwerken bewegen.

Wann andere Transportlösungen die bessere Wahl sein können

So viele Vorteile intermodale Transporte auch bieten, sie sind nicht für jede Anforderung die passende Lösung. Besonders zeitkritische Sendungen profitieren häufig von der Flexibilität dedizierter Straßentransporte als Full Truckload (FTL), bei denen sich Zeitpläne auch kurzfristig anpassen lassen.

Auch auf sehr kurzen Distanzen stößt das Konzept an seine Grenzen. Liegen Versand- und Empfangsstandort nah beieinander, rechtfertigt der Nutzen intermodaler Transporte häufig nicht den zusätzlichen Aufwand für Umschlag und Terminalprozesse. In solchen Fällen sind reine Straßentransporte meist die einfachere und effizientere Lösung.

Auch hochspezialisierte Güter benötigen häufig maßgeschneiderte Transportlösungen. Dazu zählen beispielsweise temperaturgeführte Transporte mit engen Toleranzen oder Produkte, die spezielles Equipment erfordern. Für solche Anforderungen sind individuelle Straßentransporte oft besser geeignet.

Intermodaler Transport soll den Straßentransport nicht verdrängen, sondern sinnvoll ergänzen. Deshalb setzen viele Versender auf eine Kombination aus intermodalen Verkehren, FTL- und LTL-Services , um die Stärken der einzelnen Transportformen gezielt zu nutzen und ihre Netzwerke flexibler aufzustellen.

So schöpfen Sie das Potenzial intermodaler Transporte aus

Wenn Sie intermodale Transporte in Betracht ziehen, können einige praktische Maßnahmen dabei helfen, den größtmöglichen Nutzen aus diesem Ansatz zu ziehen.

1. Mit der Netzwerkplanung beginnen

Der erste Schritt besteht darin, die wichtigsten Transportrelationen Ihres Netzwerks zu betrachten. Lange Strecken mit konstantem Volumen, hohem Emissionsreduktionspotenzial und guter Anbindung an Schienen- oder Seeverkehr eignen sich oft besonders gut, um intermodale Konzepte zu testen.

2. Laufzeiten gezielt abstimmen

Etwas großzügiger und strukturierter geplante Laufzeiten geben Ihrem Transportdienstleister mehr Spielraum, die verschiedenen Verkehrsträger optimal zu kombinieren. Planen Sie daher rückwärts vom gewünschten Liefertermin und stimmen Sie Annahmeschlusszeiten ab, die sowohl zu Ihren Abläufen als auch zum intermodalen Fahrplan passen.

3. Paletten und Verpackungen standardisieren

Damit der Wechsel zwischen Straße, Schiene und See möglichst effizient abläuft, sollten Paletten, Etikettierung und Verladeprozesse standardisiert sein. Einheitliche Standards reduzieren das Risiko von Schäden und Verzögerungen während des Umschlags.

4. In Transparenz investieren

Unabhängig davon, ob Sie ein eigenes Transportmanagementsystem oder das Portal eines Dienstleisters nutzen: Sorgen Sie für eine klare und leicht zugängliche Sendungsverfolgung intermodaler Transporte. So können Sie Kunden jederzeit informieren und bei Abweichungen oder Störungen schneller reagieren.

5. Gemeinsam die richtigen Relationen auswählen

Dienstleister wie Amazon Freight können Sie dabei unterstützen, die Relationen zu identifizieren, die sich besonders gut für intermodale Transporte eignen – und ebenso aufzeigen, wo andere Transportlösungen die bessere Wahl sein könnten. Je genauer Sie Volumenprognosen und operative Rahmenbedingungen im Vorfeld teilen, desto gezielter lässt sich dieser Prozess gestalten.

Wie Amazon intermodale Transporte heute nutzt

Intermodale Transporte sind heute ein zentraler Bestandteil der Amazon-Logistik. Insbesondere auf ausgewählten Relationen werden Schienen- und Seeverkehre genutzt, um lange Straßentransporte zu ersetzen. Für Versender eröffnet das die Möglichkeit, Transporte nachhaltiger zu gestalten, ohne selbst ein eigenes intermodales Netzwerk aufbauen und steuern zu müssen.

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Mit Amazon Freight können Sie herausfinden, wann intermodale Transporte für Ihre Relationen in Deutschland und Europa den größten Mehrwert bieten. Profitieren Sie von Transportlösungen, die Ihre Serviceanforderungen unterstützen und gleichzeitig zur Reduzierung logistischer Emissionen beitragen. Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Versenderkonto.

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