Eine reibungslose Lieferung endet nicht damit, dass die Ware von A nach B unterwegs ist. Sie müssen auch jederzeit nachvollziehen können, wo sich Ihre Sendung befindet und ob sie pünktlich ankommt. Andernfalls wird aus Planung schnell Rätselraten – und das kann kostspielig werden.
Leider ist diese Transparenz oft schwerer zu erreichen, als sie sein sollte. Einer Studie über digitale Trends von PwC zufolge, nutzt nur ein Drittel der Verantwortlichen in der Lieferkette vernetzte Sendungsverfolgung. Die meisten steuern ihre Abläufe also mit weniger Informationen, als sie benötigen. So zeigt sich diese Lücke häufig in der Praxis.
Der Sendungsstatus wird standardmäßig per Telefon abgefragt
Wenn Telefonate und E-Mails für die Sendungsverfolgung noch zum Alltag gehören, ist das ein klares Zeichen dafür, dass die Transparenz in Ihrer Lieferkette nicht ausreicht.
Zum einen ist ein telefonisch erfragter Status bereits überholt, sobald Sie ihn erhalten. Zum anderen stößt diese Vorgehensweise bei wachsendem Volumen schnell an ihre Grenzen: Je mehr Sendungen parallel laufen, desto weniger lassen sie sich einzeln nachverfolgen. Hinzu kommt, dass manuelle Kontrollen nur stattfinden, wenn sie aktiv angestoßen werden. Dadurch werden Abweichungen häufig erst sichtbar, wenn Gegenmaßnahmen nur noch begrenzt möglich sind.
ETAs sind inkonsistent und schwer einschätzbar
Auch eine einmalig kommunizierte ETA kann auf einen blinden Fleck in der Lieferkette hinweisen. Fehlen Echtzeit-Updates, bleibt unklar, wie sich der Transport tatsächlich entwickelt – ob die Sendung vor oder hinter dem Zeitplan liegt oder unvorhergesehene Verzögerungen auftreten.
Die ETA beeinflusst viele nachgelagerte Abläufe, selbst wenn sie nicht präzise ist. So richtet das Lager seinen Personaleinsatz danach aus, wann eine Sendung voraussichtlich ankommt. Eine ungenaue ETA kann daher bedeuten, dass Mitarbeitende bezahlt werden, obwohl sie warten müssen – oder dass kurzfristig Personal organisiert werden muss, wenn eine Sendung unerwartet eintrifft. Auch Lieferzusagen an Ihre Kunden beruhen auf derselben Angabe. Ist die ETA nicht verlässlich, geraten diese Zusagen ebenfalls in Gefahr.
Statt vorauszuplanen, muss Ihr Team ständig kurzfristige Störungen bewältigen
Frühzeitige Hinweise auf Verzögerungen geben Ihrem Team Handlungsspielraum – beispielsweise für die Anpassung der Rampenplanung oder eine rechtzeitige Kundeninformation. Ohne sie erfahren Sie oft erst bei verspäteter oder ausbleibender Ankunft von dem Problem. Dann sind Optionen begrenzt und es bleibt nur die kurzfristige Reaktion.
Wiederholen sich solche Situationen, bestimmen sie zunehmend den Tagesablauf. Statt Routen zu überprüfen, die Nachfrage zu prognostizieren oder die Ursachen vergangener Verzögerungen nachhaltig zu beheben, muss sich das Team mit den aktuellen Störungen befassen. Langfristig bleibt dadurch kaum Kapazität, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Wachsende Pufferbestände sollen fehlende Planbarkeit kompensieren
Ohne verlässliche Informationen zur Ankunft einer Sendung halten Unternehmen oft mehr Ware auf Lager, als eigentlich nötig wäre. Dieser zusätzliche Bestand soll Unsicherheiten und verspätete Lieferungen absichern.
Pufferbestände schaffen Sicherheit, binden aber Kapital und belegen wertvolle Lagerfläche. Entscheidend ist daher, wodurch sie wachsen: Mehr Nachfrage rechtfertigt höhere Bestände und gehört zu einem wachsenden Geschäft. Müssen Sie Bestände jedoch vor allem aufbauen, weil Ankunftszeiten ungewiss sind, handelt es sich um ein Transparenzproblem in der Lieferkette. Die nachhaltigere Lösung besteht darin, die Ursache zu beseitigen, statt die Unsicherheit mit noch mehr Lagerbestand auszugleichen.
Kunden verlangen Sendungsupdates noch bevor Sie selbst informiert sind
Informiert ein Kunde Sie über eine Verzögerung, ehe Ihr Team sie erkannt hat, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass es Ihrer Lieferkette an Transparenz fehlt. Diejenigen, die zuerst Bescheid wissen sollten, erfahren es zuletzt.
Das erschwert den Umgang mit der Verzögerung erheblich. Der Kundenservice reagiert auf ein unerwartetes Problem, ohne die Chance gehabt zu haben, Kunden frühzeitig zu informieren oder passende Alternativen anzubieten. Wer über die eigene Sendung zuletzt Bescheid weiß, kann Kunden außerdem nur schwer das Vertrauen geben, dass alles unter Kontrolle ist.
Wenn blinde Flecken in der Lieferkette teuer werden
Jedes dieser Probleme scheint zunächst überschaubar. Zusammen können sie jedoch erhebliche Kosten verursachen. So wirken sie sich auf Ihr Unternehmen aus.
Personalkosten durch manuelle Sendungsverfolgung und ständiges Eingreifen
Zeit, die für die manuelle Klärung des Sendungsstatus aufgewendet wird, steht nicht für vorausschauende Planung, operative Verbesserungen oder Kundenkontakte zur Verfügung. Ein einzelner Statusanruf fällt kaum ins Gewicht. Über ein Team und zahlreiche Sendungen hinweg entsteht daraus jedoch ein erheblicher Zeitaufwand, der Woche für Woche Kapazitäten bindet.
Der Aufwand bleibt häufig unsichtbar, da er nicht als eine klar ausgewiesene Ausgabe erfasst wird. Stattdessen entsteht er in vielen kleinen Unterbrechungen und unerledigten Aufgaben, die sich über die gesamte Woche verteilen.
Mangelnde Transparenz gefährdet die Kundenbindung
Kunden wissen, dass es zu Verzögerungen kommen kann. Was sie erwarten, ist eine verlässliche, frühzeitige Kommunikation, die ihnen Zeit zum Handeln gibt. Fehlt sie, leidet nicht nur die Kundenzufriedenheit – die Kosten reichen weiter als die unmittelbare Reklamation.
Eine Reklamation bietet zumindest die Möglichkeit, gegenzusteuern. Kritischer sind jedoch Kunden, die nichts sagen: Sie prüfen unbemerkt andere Optionen und entscheiden sich beim nächsten Mal für einen anderen Anbieter. Einmal verlorenes Vertrauen lässt sich nur langsam wieder aufbauen.
Die Kosten kurzfristiger Lösungen
Wird eine Verzögerung erst erkannt, wenn sie bereits eingetreten ist, bleiben meist nur noch kostspielige Lösungen. Verpasst eine Sendung ihr Lieferzeitfenster, sind unter Umständen ein Expresskurier, eine Teillieferung oder eine neu terminierte Abholung nötig – Maßnahmen, die bei frühzeitiger Transparenz und entsprechender Planung vermeidbar gewesen wären.
Weil jede Maßnahme zunächst wie ein Einzelfall aussieht, bleiben die wiederkehrenden Kosten oft unbemerkt. Doch dahinter steckt häufig dasselbe Grundproblem: Ohne rechtzeitige Warnung müssen Probleme kurzfristig und damit deutlich teurer gelöst werden.
Digitale Buchung und Echtzeit-Sendungsverfolgung: der Weg zu mehr Lieferkettentransparenz
Digitale Buchung verlagert die Transportbeauftragung in ein Online-Portal: Sie prüfen Preise und Verfügbarkeiten und bestätigen Ihre Buchung direkt. Mit Echtzeit-Sendungsverfolgung behalten Sie anschließend im selben Portal den Standort und Status Ihrer Sendung im Blick. Die Informationen aktualisieren sich automatisch, während sich die Sendung bewegt.
Anstelle von Telefonaten und E-Mail-Abstimmungen erhalten Sie jederzeit direkten Einblick in Ihre Sendungsdaten. So können Sie verlässlicher planen, Vertrauen schaffen und effizienter arbeiten.
Digitale Buchung ersetzt Unsicherheit durch Planbarkeit
Bei der herkömmlichen Frachtbuchung müssen Sie häufig erst anrufen oder E-Mails schreiben, um Kapazitäten und Preise zu klären. Bis die Antwort eintrifft, bleibt Ihre Planung aufgeschoben. Digitale Buchung stellt Ihnen diese Informationen unmittelbar bereit, sodass Sie Ihre Buchung direkt vornehmen können.
Das ist besonders wertvoll, wenn Sie kurzfristig buchen müssen. Ein Blick ins Portal dauert nur wenige Minuten – auf einen Rückruf zu warten dagegen nicht. Da Ihr Team nicht auf Antworten warten muss, bleibt mehr Zeit für andere wichtige Aufgaben.
Sendungsstatus jederzeit selbst abrufen – mit Echtzeit-Sendungsverfolgung
Eine digitale Frachterfahrung ermöglicht nicht nur die direkte Buchung, sondern auch die Echtzeitverfolgung Ihrer Sendung. Aktueller Status und zeitgestempelte Meilensteine entlang der Strecke sind jederzeit einsehbar. So müssen Sie nicht mehr aktiv nachfragen, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Wie Ihr Team von besserer Lieferkettentransparenz profitiert
Zusammengenommen verändert all das den Arbeitsalltag spürbar: weniger Nachverfolgung per Telefon, verlässlichere ETAs für eine bessere Planung und mehr Freiraum für die strategische Arbeit, die Ihr Unternehmen voranbringt.
Amazon Freight als Partner für mehr Lieferkettentransparenz
Mit Amazon Freight steht Ihnen Amazons fortschrittliche Technologie für den Middle Mile zur Verfügung. Im Self-Service-Online-Portal können Sie Transporte mit wenigen Klicks buchen und sehen Frachtangebote sowie Spot- und Vertragspreise direkt online. So kennen Sie die Kosten einer Route, ohne erst auf eine Rückmeldung warten zu müssen.
GPS-Sendungsverfolgung ermöglicht Ihnen während des Transports jederzeit Echtzeit-Einblicke in den Standort Ihrer Ladung. Die automatische Routensteuerung unterstützt zudem, die schnellste verfügbare Strecke zu nutzen und Ihre Fracht in Bewegung zu halten – für weniger Verzögerungen und verlässlichere ETAs.
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Blinde Flecken in der Lieferkette entstehen meist dann, wenn Verlader, Frachtführer und Kunden keinen gemeinsamen Zugriff auf Echtzeitinformationen haben. Liegen Sendungsdaten in einzelnen E-Mail-Postfächern oder ausschließlich in den internen Systemen von Frachtführern, statt für Verlader direkt einsehbar zu sein, entstehen Informationslücken. Mit wachsendem Versandvolumen werden diese Lücken meist größer. Häufig liegt die Ursache in einer unzureichenden Rückverfolgbarkeit: Wenn sich eine Sendung nicht durchgängig von der Abholung bis zur Zustellung nachverfolgen lässt.
Typische Warnsignale sind häufige Statusanrufe bei Frachtführern, unvermittelt wechselnde ETAs, schrittweise steigende Pufferbestände und Kundenanfragen zu Verzögerungen, bevor Ihr Team davon weiß. Wenn Sie mehr als eines dieser Muster wiedererkennen, deutet das eher auf eine Transparenzlücke in Ihrer Lieferkette als auf einen einzelnen Ausnahmefall hin.
Software für Lieferkettentransparenz – etwa digitale Frachtbuchung und GPS-Sendungsverfolgung in Echtzeit – sind die zwei wirksamsten Tools für mehr Lieferkettentransparenz.